..durch die Nacht
Wer nach Malle fliegt und das Nachtleben mitnehmen will, muss eine echte Nachteule sein, denn diese kann bis in die Morgenstunden hinziehen.
Bis Mitternacht sind die Bierzelte prall gefüllt. Knapp bekleidete Mädels drehen und winden sich ununterbrochen nach Ballermann-Musik auf Tanztischen während Unmengen von Bier durch die Kehlen der Feierwütigen fließen.
Mitte September sind mehr ältere als jüngere auf der Partymeile. Von uns 5 Grazien stürzten sich am ersten Abend nur 4 in das Nachtleben vom El arenal.
Um 24 Uhr ist alles vorbei…die Dröhnung von Musik und Bier hört plötzlich auf und wer mehr Spaß haben will, zieht weiter durch die Nacht. Wie Heinzelmännchen laufen die Angestellten durch das große Partyzelt und haben binnen kurzer Zeit alles bei Seite geräumt und zusammen gestellt.
Das kurz vorher hier noch der Bär tobte, kann man sich bei diesem Anblick nicht vorstellen. Die Unterhaltungsindustrie auf Malle arbeitet am Fließband und die zahlreichen “Heinzelmännchen” im Hintergrund arbeiten wie die Kümmeltürken. Sie haben alle meinen Respekt.
Die Kellner verständigen sich bei der Lärmkulisse nicht nur mit Worten.
Andere Kellner schleppen de Bierbestellungen durch die Enge der grölenden Massen. Wer da als Kellner den Überblick verliert, kann schon nach kurzer Zeit einpacken.
Aber die Geschäfte laufen auch am Ende der Saison gut. Ein eher zufälliges Bild zeigt den Umsatz, den ein Kellner während einer Schicht machen kann. Wir zahlten grade unsere Rechnung und baten den Kellner um ein gemeinsames Bild. Während er unseren Geldschein einsteckte, bückte er sich für das gemeinsame Bild zu uns unter. Für eine Extrapose ist keine Zeit.
Berauscht stürzen wir uns in die nächste Lokalität. Die zahlreichen Diskotheken preisen schon am Tag ihre Highlights an und an diesem Abend stand Jürgen Drews auf unserem Plan.
Nicht nur ich will Jürgen Drews nahe sein. Ich dränge mich unter die erhobenen Arme seiner Fans bis an die Bühne und erlebe ihn fast hautnah, Solange ich Schlager höre, solange ist Jürgen Drews auch dabei. Kaum zu glauben, dass er als “Rentner” die Massen noch so in den Bann ziehen kann. Wer auf der harten Partymeile nichts zu bieten hat wird nach den Worten von Onkel Jürgen “gnadenlos entsorgt” Diese Sorge muss er nicht haben.
Eng gedrängt zwischen den anderen halte ich meine Position. Rechts neben mir steht ein kleiner Mann, der wahrscheinlich nur die Rücken der Menschen sehen kann. Als ich wenig später eine noch bessere Position erobere, wollte ich ihm einen Platz vor mir anbieten. “Ob er diesen Platz von mir als Frau annehmen wird” ? Ich zweifelte daran. Nach meinem Hin- und Her- Überlegen bot ich ihm mit einer Geste den Platz fast direkt an der Bühne an und er reagierte erwartungsgemäß.
Die erste Nacht war lang und so gegen 5 Uhr lag ich im Bett. Die Beine brummten vom stehen, bummeln und tanzen. Mein Kopf zum Glück nicht. Als Idealgetränk stellte sich für mich der Longdrink Wodka-Wasser heraus. Mit dem Gemisch konnte ich meinen Alkoholpegel gut kontrollieren ….
…um am nächsten Tag wieder fit für die heiße Sonne von Spanien zu sein.
LaWe
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